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Ausstellung: Asta von Unger – Creating from Nothingness

Die Galerie Britta von Rettberg präsentiert in der Ausstellung „creating from nothingness“ aktuelle Positionen der Künstlerin Asta von Unger.

Bis an die Grenzen des Nichts tastet sich Asta von Unger in ihren jüngsten Arbeiten heran. Je mehr Erfahrung, je umfangreicher das Wissen, je dichter der Erfahrungshorizont, umso größer schafft sich die Neigung zur Reduktion, die Hinwendung zur Leere und damit die Erfahrung der Leichtigkeit ihren Weg.

Von Unger beschäftigt sich mit diesem Thema bereits seit ihrem Studium der Philosophie und begegnet dabei immer wieder dem Grundelement Wasser: In unterschiedlichen Schwerpunkten kommen mitunter Formen der Auflösung bis hin zur Komik zum Ausdruck, mal steht die Verfälschung im Vordergrund, mal die optische Täuschung. Immer wieder reizen unterschiedliche Oberflächen, mal mit Glanz und Reflexen versehen. So elementar wie das Wasser wagt die Künstlerin den Schritt immer wieder zum Existenziellen. Aus ihrer Taucherfahrung resultiert der Perspektivwechsel und der Umgang mit dem Raum. Inhalt und Material gehen eine Partnerschaft ein, die an Perfektion heranreichen.

Ein Raum der Ausstellung gehört der mehrteiligen Arbeit „A Perfect Day“ von 2016, die aus 48 Tafeln in Tusche auf Papier besteht.  Diese Installation gibt die Sehnsucht, die Schönheit Liguriens erkennen und beobachten zu wollen, wieder, sie aufnehmen und verinnerlichen zu können.  Die einzelnen Karten sind als Doppelbögen konzipiert, bewusst per Hand gerissen, sodass sie nicht besonders exakt sind, aber den Serien der amerikanischen Farbfeldmalereien ähneln. Durch den mittigen Knick entsteht ein Freiraum, der den Farbfeldern einen Kommunikationsraum eröffnet.

Asta von Ungers Anspruch, die Wandlung alles Existenten und dessen Ursprung aus dem Kaum-Vorhandenen zeichnet sich durch die Reduktion des Materials und der Form aus. Bei ihrer jüngsten Serie „Pool Water“ (Tusche auf Seidenpapier, 2018) bleibt nach der Trocknung weder vom Pigment noch vom Wasser sonderlich viel übrig, während die Spuren des Arbeitsprozesses überdeutlich sind: die Seide glänzt, das Papier kräuselt sich, schlägt Falten, nachdem Wasser die Zellulose aufquellen und wieder schrumpfen ließ. Die Formen entspringen bei von Unger aus der Linie und sinken tief ins Papier ein. Immer noch sind sie dynamisch geschichtet, mit breitem Pinsel zusammenprozessiert – bis sich die nun zartbesaiteten Oberflächen beulen.

In der Ausstellung „creating from nothingness“ wird deutlich, dass von Unger viel Ballast abgeworfen hat. Wie Paul Klee (1879-1940), dem es gelang, die Intuition mit den Gesetzmäßigkeiten zusammenzubringen, atmet von Ungers freie Linie die Herkunft aus den geometrischen Strukturen. Die souveräne Durchdringung des Existenziellen hat die Schwere verloren, aber die Komplexität beibehalten. Die neu errungene Leichtigkeit ist durchdacht, ihr Vollzug intelligent und folgerichtig. Diese Schwerelosigkeit eröffnet neue Möglichkeiten und Freiheiten. Frei beweglich setzt sich die Linie fort und folgt in der Form den Wellenbewegungen des Wassers. Und findet somit ihren Ursprung.

Text von Christiane Hartleitner M.A., Kunsthistorikerin aus Bamberg

Asta von Unger (*1970) lebt als Künstlerin und Kunstvermittlerin in München. Sie studierte Linguistik, Philosophie, deutsche und romanische Philologie und Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität in Bochum und an der Università degli Studi di Bologna bei Umberto Eco. Danach arbeitete sie für sechs Jahre in Bologna. 2006 begann sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, das sie 2010 als Meisterschülerin von Günther Förg abschloss. Ab 2009 stellte sie in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Italien und der Schweiz aus. 2017 nahm sie an der Gruppenausstellung „Greetings from Munich“ teil, mit der die Galerie Britta von Rettberg eröffnet wurde. Wenige Monate später präsentierte die Galerie von Ungers Tuschearbeiten auf Papier bei der „paper positions munich“.

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