Follow Galerie Britta von Rettberg on Artsy
Gabelsbergerstr. 51 - 80333 München - Tel +49 89 51110015 - Fax +49 89 51110018 - kontakt@galerie-rettberg.de

Ausstellung: „So golden schön wie Morgenwolken auf jenen Höhn“

Kontemplation, Konzept und reine Malerei – die Werke von Gabriele Angel-Leinenbach ziehen durch ihre Schönheit den Blick des Betrachters auf sich und durch ihre Tiefe halten sie ihn, um das ‚Sein‘ als das zu verinnerlichen, was es ist …..„so golden schön wie Morgenwolken auf jenen Höhn“.

Ihre Bilder sind eine Hommage an die pure Schönheit und Erhabenheit der Natur – in all ihren flüchtigen Phänomenen als auch konkreten Erscheinungen. Letztere schlagen sich in einem Motiv nieder, dass im Schaffen der Künstlerin immer wiederkehrt:
Die Künstlerin wählte berühmte Berge wie den Mount Everest, das Matterhorn oder den Nuptse im Himalaya Gebirge, die in ihren gewaltigen Ausmaßen zum kraftvollen Symbol der in der Welt wirkenden Naturgewalten werden.
Gabriele Angel-Leinenbach greift damit ein Bildmotiv auf, das eine ganz besondere Bedeutung in der menschlichen Kultur und der gesamten Kunstgeschichte spielt: Als uraltes Symbol bedeutet der Berg die Nähe zu himmlischen Gefilden. So mancher Berg galt sogar als direkte Heim- und Wirkstätte der Götter: Auf dem Berg Sinai überreichte Gott Moses die Tafel der zehn Gebote, der Himalaya ist Sitz von Shiva, Zeus thronte auf dem Olymp während sich Apollo – der Gott des Lichts und der Künste – im Kreis seiner neun Musen auf dem Parnass niederließ.

Von den Gipfel der Berge reiste Gabriele Angel-Leinenbach malerisch noch höheren und weiteren Sphären entgegen: Dem Kosmos.
Bildnerisch hat sich der Ausflug in den Weltraum in der Serie der Space-Bilder niedergeschlagen, mit der die Unvorstellbarkeit der weiten Dimension und die Fülle von Existenzformen zum Ausdruck gebracht wird, die fern jeglicher Vorstellungen liegen.
Fotografien von Nordlichter und der Milchstraße waren Inspirationsquelle. In den Bildern wird das Auge des Betrachters in diese endlosen Weiten gezogen, wo man sich im Spannungsfeld von Zeit und Raum bewegt.
Mit den Berg- und Space-Bildern erlaubt sich Gabriele Angel-Leinenbach, im Schwebezustand zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit zu gleiten. Das eine ist für sie nicht ohne das andere zu denken, da dieses Nebeneinander der Pole das Wesenshafte der Seins- und Naturzustände reflektiert – Existenz, Kosmos und Natur sind von entgegengesetzten und doch verschränkten Prinzipien geprägt: Konkretes und Formloses, Kristallisation und Verflüchtigung, Sichtbares und Immaterielles, Ruhe und Dynamik, Transparenz und Opaques und somit Abstraktion und Figuration.
Im Schaffensprozess bewegt sich Gabriele Angel-Leinenbach nicht nur frei zwischen den malerischen Ausdrucksmöglichkeiten, sondern arbeitet gleichzeitig an unterschiedlichen Werkserien, um Bildideen im Fluss halten zu können.

Ein beständiges Element tritt allerdings bei vielen Bildserien in den Vordergrund: Die Verwendung von Gold. Durch alle Jahrtausende hindurch hat kaum ein Metall die Menschheit aller Kulturen so in den Bann gezogen wie das Gold. Viele Werke, die Berühmtheit erlangt hatten erstrahlen in Gold:
Denken wir nur an die goldene Toten-Maske des Tutanchamun auf der einen Seite oder Gustav Klimts Meisterwerk Der Kuss auf der anderen Seite. In beiden Werken spielt das Gold eine ehrerbietenden Rolle: Im ersten Fall ist es die Stellung des jungen verstorbenen Königs und im zweiten Fall ist es die Liebe zwischen zwei Menschen, die Klimt in Gold taucht.

Denken wir an dieser Stelle nochmals an Goethe: „…und golden schön…“.
Und hier schließt sich der Kreis: Von der Unendlichkeit des Raumes kommen wir zurück zu den Berggipfeln und Johann Wolfgang von Goethe, der einst sinnend meinte: „Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler“. Er meint damit das Gefühl des Erhabenen, das den Menschen durchdringt, wenn er sich im Angesicht der sublimen Kraft und Ruhe der Natur wiederfindet.
Auf dem Gipfel öffnet sich der Blick und weitet sich der Horizont.
In der Kontemplation dieser Größe wird der Mensch als Individuum seiner Nichtigkeit gewahr. Aber er erkennt auch, ein Teil dieser Naturkräfte zu sein. Sie spiegelt sich in ihm. Für einen Moment wird der Mensch durchfegt vom Gefühl der inneren Größe und der enormen Freiheit, die einen – so Schoppenhauer – loslöst vom Wollen und der Ruhelosigkeit.

×

Anmeldung zu unserem Newsletter

* Pflichtfeld