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Künstler: Martin Wöhrl

Der Bildhauer Martin Wöhrl greift für seine skulpturalen Arbeiten auf Motive der Kunstgeschichte, aber auch auf alltägliche Kontexte zurück. Im Zentrum seiner künstlerischen Praxis steht die Frage nach Raum und Volumen sowie Form und Oberfläche.

Wöhrl selbst nennt die Vertreter der „Minimal Art“ und der „konkreten Kunst“ als wichtige Bezugspunkte. Dabei ahmt er sie jedoch nicht nach, sondern erweitert ihre reduzierte Bildsprache durch eine eigene persönliche Komponente. Es entsteht ein Geflecht aus kunstgeschichtlichen Referenzen aber auch individuellen Erfahrungen und Erlebnissen.

Martin Wöhrls Kunst setzt ein aufmerksames Betrachten der Umwelt voraus, die direkte Umgebung wird zur Inspiration: Oft findet der Künstler seine Motive durch Zufall, auf der Straße oder in kleinen Details wie Türrahmen oder Fliesenmustern, die herausgegriffen und in neuen Kontext gesetzt werden.

In der Gruppenausstellung „akkord“ in der Galerie Rettberg zeigt der Künstler neue Skulpturen in Beton sowie Wandarbeiten aus Pressspan. Durch sein Gespür für Raum und Volumen gelingt es ihm, diese Arbeiten in Dialog zum Ausstellungsraum zu setzen. Manchmal kann bereits der Titel eines Werks individuelle Assoziationen im Betrachter hervorrufen.

Martin Wöhrls Werke entstehen meist aus Materialresten. In einem spielerischen Prozess wird übrig gebliebenes Holz und Pressspan zu neuen Bildideen weiterverarbeitet. Die vorhandene Menge an Material entscheidet dabei oft über die Größe der Arbeit, was einen Kompromiss im künstlerischen Schaffen voraussetzt. Auch wenn Wöhrl auf alles Gestische verzichtet, erzählen seine Werke viele verschiedene Geschichten, Material wird zum Bedeutungsträger.

Die Gussform der freistehenden Skulptur „Gully“ (2018, Beton) entstand aus Materialresten aus dem Atelier des Künstlers. Das Motiv für diese Arbeit fand Wöhrl an einer Baustelle in der Münchner Innenstadt. Die freistehende Säule „Glocknerblick“ (2018, Beton & Stahl) zitiert einen Verandapfosten aus Holz, den Wöhrl auf einer Skihütte beim Großglockner entdeckte: Der Künstler übernahm das geschnitzte, in sich gedrehte Zopfmuster und übersetzte es in Beton. In reduzierter Formsprache gelingt es ihm, durch Bildhauerei auf traditionelle Schnitzkunst zu verweisen.

Die Wandarbeit „Untitled“ (2018, Beton) greift das Material der freistehenden Skulpturen „Gully“ und „Glocknerblick“ erneut auf. Es handelt sich dabei um einen Abguss der Innenseiten alter Türrahmen, die sich in ungleichmäßigen Betonwaben aneinanderreihen. Ergänzt wird sie durch Arbeiten aus beschichteten Pressspanplatten, die der Künstler aus sich wiederholenden, geometrischen Rastern zusammensetzt.

Martin Wöhrls Werke spielen mit der Wahrnehmung des Betrachters, können zunächst irritieren und verraten an manchen Stellen einen Hang zu Humor und Nostalgie. In ihrer reduzierten Gestaltung und ihren rauen Strukturen bilden sie einen Kontrast zu den Altbauräumen der Galerie Rettberg sowie zu den farbkräftigen Arbeiten auf Leinwand und Papier von Timur Lukas und Gülbin Ünlü.

 

zur Übersicht
Vita
Martin Wöhrl studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München als Meisterschüler von Prof. James Reineking, am Edinburgh College of Art und an der Glasgow School of Art.
Martin Wöhrl wird von der Tanja Pol Galerie, München vertreten.
Auszeichnungen und Stipendien
2011Lothar-Fischer-Preis
2007Villa Concordia Stipendium
2004USA-Stipendium des Bayerischen Staates
2002Debütantenpreis der Akademie der Bildenden Künste, München
DAAD-Stipendium nach Glasgow, U.K.
Bayerischer Staatsförderpreis
2001Projekt-Stipendium der Erwin und Gisela von Steiner – Stiftung
2000Erasmus-Stipendium für das Edinburgh College of Art, U.K.
Einzelausstellungen (Auswahl ab 2010)
2018"hand in hand", Spencer Brownstone Gallery, New York
2017"CUM CUM", Galerie Tanja Pol München
"studiolo", permanente Installation im Museum Villa Stuck, München
"DOMINO", Katholische Akademie Bayern, München
"Kurze Zeit Lang", Städtische Galerie im Cordonhaus, Cham
2016"12 Halbe", Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
2015"A Go Go", Spencer Brownstone Gallery, New York, USA
"Feld", Kunstprojekt am Domplatz zu Fulda
2014"Cats", Tanja Pol Galerie, München
"Nord-Süd-Dialog", Galerie Barbara Oberem, Bremen
2012"Modern Art", Lothar Fischer Museum, Neumarkt
2011"Maß und Werk", Neues Museum für Kunst und Design Nürnberg
2010odds and ends (mit/with Christian Hellmich), The Shelter, Köln
"Cantina Sociale", Galerie Tanja Pol München
Gruppenausstellungen (Auswahl ab 2010)
201814.07. - 21.09.: "akkord: Gülbin Ünlü, Timur Lukas und Martin Wöhrl", Galerie Rettberg, München
"New forms of Beauty", Maximiliansforum, München und Smolka Contempory, Wien
2017"Remastered - Die Kunst der Aneignung", Kunsthalle Krems, A
"Parasympatikus", 14. RischArt_Projekt, Kunstareal, München
"munich impressions", Galerie Claudia Weil, Friedberg
2016"gruppetto", Kunstarkaden, München
2015"Freude Schöner Götterfunken", Galerie Abtart, Stuttgart
2014"Elsewhere", Kallmann Museum, Ismaning
"Rumford. Recipes For A Better Bavaria", Stadtmuseum, München
2012"Raw Materials", Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
2011Bayerisches Nationalmuseum, München
"Kunstrausch", Bayerisches Nationalmuseum, München
Unter Helden. Vor-Bilder in der Gegenwartskunst, Kunsthalle Nürnberg, Nürnberg
2010"Intimacy. Baden in der Kunst", Kunstmuseum Ahlen
"Dialog", Kunstmuseum Liechtenstein
Sammlungen und Archive
Martin Wöhrls Werke sind unter anderem vertreten in den Sammlungen des Lenbachhauses in München, des Kunstmuseums Bonn und des Neuen Museums in Nürnberg.Seit 2017 zeigt das Museum Villa Stuck München die permanente Installation "studiolo".
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